Jurybericht

Sascha Garzetti

Geburtsjahr, Ort
1986, Baden
Fachbereich
Literatur

Sascha Garzettis Gedichte gehören zu der Art von Lyrik, die unmittelbar zu den Leserinnen und Lesern spricht. Sie laden dazu ein, laut gelesen und in ihrer Komplexität genossen zu werden. Und sie feiern die Schönheit, indem sie selbst schön zu sein wagen. Einige der Texte wenden sich schlicht und mit knappen Worten dem Kleinen, Zarten, Unscheinbaren zu, sie schwelgen im Augenblick oder nehmen einen sehr konkreten Ort genau in den Blick. Andere Gedichte greifen balladenhaft weit aus und erzählen die Geschichte(n) von Wissenschaft und Kunst, von Wissenschaftlern und Künstlern. Garzettis Dichtung befragt die Möglichkeiten von Wahrnehmung, Sprache und Klang. Viele Texte loten neu aus, was als Kanon von Wissen und Bildung auf uns gekommen und mit den Jahren und Jahrhunderten teils erstarrt, teils porös geworden ist. Wenn diese Gedichte sich auf Hölderlin, Schubert oder Tranströmer beziehen, dann nicht, um mit großen Namen aufzutrumpfen. Vielmehr beginnen sie ein echtes Gespräch mit Freunden über die Zeiten hinweg.

Thorsten Dönges