Jurybericht

Géraldine Honauer

Geburtsjahr, Ort
1986, Aarau
Fachbereich
Bildende Kunst und Performance

Durch die bewusste Versetzung von Gefundenem oder Entlehntem, entreisst Géraldine Honauer alltägliche Dinge ihrem natürlichen Kontext und untersucht damit Shifts in der Wahrnehmung und die Beständigkeit der Bedeutung dieser Objekte selbst. Transformation ist bei Honauer kein autonomer Prozess, sondern entsteht durch die Veränderung des Umfelds. Ebenfalls spielt die  Prägung der Sichtweise innerhalb eines bestimmten Systems eine Rolle, die durch den konzeptuellen Eingriff in Erscheinung tritt. Dabei wohnt den ortsspezifischen skulpturalen Arbeiten eine subtile Poesie des Alltäglichen inne, die die Fragilität der Realität erfahrbar macht. Dieses Mal werden es nicht vorgefundene Gegenstände sein, sondern Honauer selbst, die sich mit einem Atelieraufenthalt in Berlin ihrem Thema annähern und einen Ortswechsel vollziehen wird. Dabei möchte sie der Präsenz der Absenz nachgehen und neue Zwischenmomente finden. Wir sind gespannt wie sich diese Verschiebung der Verhältnisse auf ihr Schaffen auswirken wird.

Barbara Signer